1.3 Vorrang für den öffentlichen Personennahverkehr
Eine leistungsfähige und attraktive Stadt-Umland-Bahn (StUB) brauchen nicht nur diejenigen, die vor Lärm und Abgasen ins Umland geflohen sind, sondern auch diejenigen, die in Erlangen noch wohnen und vom Pendlerverkehr entlastet werden wollen. Neben einer StUB mit der Kapazität einer Autobahn braucht man dagegen keine Landstraße in Form einer Südumgehung. Sie stellt eine Fehlinvestition in einen schon heute kaum mehr wachstumsfähigen motorisierten Individualverkehr dar. Zukunftsträchtiger ist es wohl, eine Bahn mit moderner, energiesparender Technik auszurüsten, als 18.000 Kfz mehr zu haben. Ein Ausbau anderer alternativer ÖPNV-Sparten ist ebenfalls auf die Effizienz zu testen.
Außerdem fordert die ödp:
- Kein Bau der Kosbacher Brücke nach Plänen der jetzigen Stadtratsmehrheit! Diese würde die lärmgeplagten Anwohner der Schallershofer Straße nicht entlasten, sondern zusätzlichen Verkehr anziehen. Flora und Fauna im Wiesengrund würden teils verschwinden, und Radfahren im Regnitzgrund wäre kein Vergnügen mehr. Die Auswirkungen auf das Stadtklima wären beträchtlich. Auch ist eine tatsächliche verkehrliche Entlastung unwahrscheinlich. Als Alternative: dreistreifiger Ausbau der Dechsendorfer Brücke und eine direkte Autobahnzufahrt über die Thalermühlstraße. Bus-, Bahn- und auch der Radverkehr müssen wieder Priorität haben!
- Kontrollen von Straßen durch städtisches Personal, die für den Normalverkehr gesperrt sind (z.B. Durchfahrtverbot vor dem Bahnhof)!
- Einführen einer kommunalen Verkehrsüberwachung für Geschwindigkeitskontrollen! Diese führt die Polizei z.B. in Wohngebieten (Tempo 30-Zonen, Spielstraßen) nicht durch. Ausweiten des Überwachungsgebietes der städtischen Kontrolleure und ggf. Personalaufstockung!
- Finanzielle Unterstützung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), solange er sich nicht selbst tragen kann.: Das bestehende Busangebot muss erhalten und sinnvoll ergänzt werden!
- Mehr Werbung für die attraktiven ÖPNV-Angebote (z.B. bessere Auslage von Ferienfahrplänen, Kooperation mit dem Erlanger Einzelhandel, z.B. Rabatte bei Vorzeigen einer Bahn/Buskarte).
- Prüfung sämtlicher stadtplanerischer Maßnahmen bezüglich ihrer Wirkung auf den ÖPNV!
- Sanierung des Radwegenetzes und bessere Kontrollen, wenn Fahrradwege zugeparkt werden!
