2.1 Familie in der Krise?

Kaum eine Bevölkerungsgruppe ist durch die zunehmend einseitig materialistische Sichtweise in Wirtschaft und Gesellschaft so stark in ihrer Existenz gefährdet wie die Familie. Trendforscher wie Prof. Peter Wippermann sagen gar das Ende der Familie voraus, da diese mit dem modernen Zeitgeist nicht mehr zu vereinbaren sei. Die Zukunft liege vielmehr in Lebensabschnittsbegleitern, die man genauso „updaten und verbessern“ müsse, wie andere Lebensbereiche auch (AUDIMAX 9/10-01, S. 8). Wir wollen die Rückbesinnung auf Werte wie Toleranz und Verantwortung anregen und die generationenübergreifende Solidarität fördern. Diese können am nachhaltigsten in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Die Bedürfnisse der Familie dürfen nicht in der Salamitaktik schrittweise oberflächlichen wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Verkaufsoffene Sonntage vor Ort („Erlanger Frühling“, „Erlanger Herbst“) weichen die gesetzlichen Regelungen der Ladenöffnungszeiten auf und zwingen zahlreiche Angestellte des Einzelhandels, den Sonntag in der Arbeit und nicht mit ihrer Familie zu verbringen. Wir wollen uns gegen mehr verkaufsoffene Sonntag und längere Ladenöffnungszeiten einsetzen. Wir wenden uns ganz klar gegen weitere verkaufsoffene Sonntage und gegen großzügigere Befreiungen von der gültigen Ladenöffnungszeit.

Gesellschaftliche Verantwortung muss in der Familie vorgelebt und geübt werden. Leider lassen sich für immer weniger Menschen Beruf, Familie und soziales oder politisches Engagement zeitlich und finanziell miteinander vereinbaren. Darum muss ehrenamtliches Wirken gezielt gefördert werden. Zur Förderung gesellschaftlichen Engagements gehört die spürbare Senkung öffentlicher Gebühren für und ein unbürokratischerer Umgang mit gemeinnützigen Initiativen. Insbesondere die Saalmiete städtischer Räumlichkeiten ist für sozial engagierte Gruppen oft unerschwinglich. Städtische Räume sollen sozialen und wohltätigen Organisationen zu reduzierten Mietsätzen überlassen werden. Auch eine kostenfreie Nutzung sollte erwogen werden, wie teilweise bei Veranstaltungen von Trägern der Jugendarbeit geschehen.