2.2 Generationensolidarität, Jugendarbeit, Kinderbetreuung
Das grundlegende Ziel städtischer Schul-, Sozial- und Kulturpolitik muss es sein, Bürgerinnen und Bürger aus allen Generationen nicht nur zu integrieren, sondern ihnen auch den Zugang zu gesellschaftlichem Engagement zu erleichtern. Hierbei möchten wir bestehende Jugendprojekte, und vorbildliche Einrichtungen wie das SeniorenNetz Erlangen unterstützen und gegebenenfalls ergänzen. Die Arbeit des Ausländerbeirates und der Kulturvereine zur Integration ausländischer Familien soll von Seiten der Stadt volle Unterstützung erfahren und muß durch städtische Angestellte professionell betreut werden.
Zur Zeit gibt es in Kindergärten und in Betreuungsangeboten für Jugendliche sehr viele befristete Arbeitsverträge, die eine hohe Fluktuation des Personals zur Folge haben. Kinder und Jugendliche brauchen feste Bezugspersonen, um Vertrauen zu ihnen fassen zu können, und damit ein Verhältnis entsteht, in dem Kinder und Jugendliche auch Probleme mit den Betreuungspersonen besprechen können. Nur darin kann Sucht- und Kriminalitätsprävention gesehen werden. Die ödp setzt sich dafür ein, dass der Jugendarbeit die Ausstattung zukommt, die sie braucht, um ihren Aufgaben gerecht zu werden.
Für eine zukunftsgerichtete städtische Jugendarbeit fordert die ödp daher:
- Angleichung der Zuschusshöhe für die Personalausgaben des Stadt-Jugendrings (SJR) auf den tatsächlichen Bedarf (seit 1994 nicht mehr angepasst).
- Mittel für Veranstaltungen des SJR.
- Mittel für die Erhaltung bzw. den Ausbau der Medienstelle des SJR (hier werden bisher nur "Reste" im Haushalt verausgabt, die aber immer kleiner werden bzw. oft ganz ausfallen).
- Mindestens Erhalt der bisherigen Personalausstattung im „Easthaus“, Mittel für Sachkosten, Honorarkräfte und Hausmeistertätigkeiten.
- Förderung der Arbeit der Jugendfarm: ggf. Finanzierung einer zusätzlichen Sozialpädagogen- oder Erzieher-Stelle, keine Umlage der Kosten auf die Kinder (Kursgebühren, Materialkostenaufwand etc.), da es Kindern und Jugendlichen aller sozialen Schichten gleichermaßen möglich sein soll, das Angebot zu nutzen.
- Kinder und Jugendliche mit einer Fremdsprache als Muttersprache müssen bestmöglich mit integrativen Angeboten unterstütz werden. Dies kann u.a. durch eine Förderung der Eltern geschehen. Wir sehen Erlanger mit Migrationshintergrund als eine Bereicherung für unsere Kommune und realisieren auch klar die positiven Aspekte welche diese Bürger/innen für die Stadt Erlangen (offen aus Tradition) leisten können.
Dass Verantwortung auch Spaß machen und persönlich erfüllen kann, sollen besonders Kinder und Jugendliche möglichst frühzeitig erfahren. Angemessene Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung dafür, dass Pädagogen die Jugendlichen zu pfleglichem Umgang mit der Einrichtung erziehen können. Wenn die Kommune Pfleglichkeit nicht vormacht, kann eben dies von jungen Menschen nicht eingefordert werden.
Darum fordert die ödp:
- Neue, ausreichend große Schulmöbel, dem zunehmenden Größenwachstum der Kinder angemessen!
- Rechtzeitiges und ausreichendes Geld für neue Schulbücher (ohne Büchergeld!) - den neuen Lehrplänen angepasst.
- Wiederaufstockung der Gelder für Putzdienste in der Schule. Die gegenwärtige Situation ist oftmals nicht zufriedenstellend. Wiedereinführung von Vollzeitputzstellen. Schüler putzen und renovieren selbst – das kostet Unterrichtszeit und entspricht nicht dem, was steuerzahlende Eltern erwarten können.
Eltern zahlen unverhältnismäßig mehr Steuern, als Erwachsene ohne Kinder - für die Kinder „die Zukunft“ sind. Dafür müssen sie mit ansehen, wie die Kindergärten und Schulen von der Stadtratsmehrheit vernachlässigt werden. Es fehlt manchmal an der elementarsten Ausstattung (Eimer ohne Deckel für Abfall, für das Selbstkehren keine Besen). Die Toiletten entsprechen nicht immer dem geforderten Hygienestandard. Zum Teil sind die Fensterflügel so schadhaft, dass man sie zum Lüften nicht weit öffnen kann.
