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Rufbusse in Erlangen (UVPA / ESTW-Aufsichtsrat)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der öffentliche Verkehr spielt eine wichtige Rolle beim Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel. Er soll durch dichte Taktung, attraktive Linienführung und leichte Benutzbarkeit eine gute Alternative zum Auto werden und damit CO2- Emissionen vermindern und für geringeren Flächenbedarf des Verkehrs sorgen.

Mit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember 2020 haben die Stadtwerke auf einigen Linien (zeitweise) die normalen Linienbusse durch Rufbusse (früher auch AnrufSammeltaxis genannt) ersetzt. Dabei wird zu festgelegten Zeiten eine Fahrt angeboten, die aber nur dann durchgeführt wird, wenn auch wirklich ein Fahrtwunsch für die Fahrt vorher telefonisch angemeldet worden ist.

In Dechsendorf werden sonntags die Fahrten der Linie 283 zum Dechsendorfer Weiher ersetzt.

In Kosbach, Häusling und Steudach werden die Fahrten der Linie 287 mit Ausnahme weniger Fahrten in der Verkehrsspitze komplett ersetzt, dabei wurde die Taktdichte auch stark reduziert.

In Schallershof werden die Fahrten der Linie 281 mit Ausnahme weniger Fahrten komplett durch Rufbusse ersetzt.

Im Röthelheimpark wird bei der Linie 293 die Führung durch das Siedlungsgebiet des Röthelheimparks aufgegeben und die Erschließung der nicht mehr bedienten Haltestelle durch ein Rufbus versucht sicherzustellen.

So sehr es zu begrüßen ist, dass keine leeren Busse durch die Stadt fahren, sind diese Änderungen trotzdem kritisch zu sehen, da dadurch die Attraktivität des Öffentlichen Verkehrs massiv verschlechtert wird. Es gibt zusätzliche Umsteigezwänge und der Nutzer muss vorher aktiv werden, um seine Fahrt zu organisieren.

Zu dieser Umstellung stellen wir folgende Fragen:

  1. Was waren die Gründe für die genannten Umstellungen?
  2. Hat die Umstellung etwas mit dem Pandemie bedingten Rückgang der Fahrgastzahlen zu tun?
  3. Wird sie nach der Normalisierung der Fahrgastzahlen wieder rückgängig gemacht?
  4. Wie viele Fahrgäste sind davon betroffen?
  5. Wie viele Fahrgäste werden die Alternativen nutzen und wie viele haben sie im ersten Monat genutzt?
  6. Wie wurden die Änderungen den Fahrgästen bekannt gegeben?
  7. Warum wurden in den betroffenen Bereichen keine Informationen an alle Haushalte verteilt?  
  8. Wie waren die Reaktionen der Fahrgäste? Hat es Beschwerden gegeben?
  9. Wie groß ist die durch die Umstellung eingesparte Menge von Bus-Km?
  10. Welche Kosteneinsparungen werden dadurch erwartet?
  11. Ab welchem Nutzungsgrad des Rufbusses ist es günstiger wieder einen normalen Linienbus fahren zu lassen?
  12. Warum kann man im Rufbus keinen Fahrschein kaufen?
  13. Warum muss man zur Bestellung des Rufbusses die Telefonnummer der Erlanger Taxizentrale anrufen?
  14. Wäre eine eigene Rufnummer für die Bestellung des Rufbusses nicht sinnvoller?
  15. Wie wird sichergestellt, dass immer genügend Taxen für den Dienst als Rufbus zur Verfügung stehen? Werden neue Taxenstandplätze in den betroffenen Gebieten eingerichtet, damit der ökologische Vorteil des kleineren Fahrzeugs nicht durch übermäßig weite Anfahrtswege (z.B. aus der Innenstadt nach Steudach) konterkariert wird?
  16. Warum werden keine dichteren Takte bei den Rufbussen angeboten?
  17. Warum werden in Schallershof und dem Röthelheimpark nur Fahrten in die Hauptrichtung (Ri. Innenstadt) angeboten, obwohl die vorher vorhandenen Buslinien auch Fahrtmöglichkeiten in die andere Richtung geboten haben?
  18. Warum wurden die dafür zuständigen Gremien (min. Stadtteilbeiräte und UVPA) der Stadt Erlangen nicht über alle diese Änderungen informiert?
  19. Welche Gremien wurden über welche Änderungen informiert/beteiligt?

 Über eine Beantwortung dieser Fragen im nächsten UVPA und eine Behandlung des Themas „Rufbusse in Erlangen“ im ESTW-Aufsichtsrat (Schwerpunktsitzung zum Thema „ÖPNV“) danken wir recht herzlich!

Wir unterstützen den Antrag des Stadtteilbeirates Ost zur Rücknahme des Rufbusses im Röthelheimpark und beantragen, dass über den Fortgang des Antrages auch im UVPA berichtet wird.

Zudem beantragen wir die Information der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Die Taktdichte des Rufbusses soll soweit erhöht werden, dass in Kosbach, Häusling und Steudach zu jedem Bus der Linie 287 (an/ab Lindnerstr.) Anschluss besteht und in Schallershof, so dass zu jedem Bus der Linie 281 in Richtung Innenstadt und in Richtung Frauenaurach Anschluss besteht. Dazu muss die Linienführung des Rufbusses bis nach Frauenaurach verlängert werden.

Mit Dank und ökologischen Grüßen,

Joachim Jarosch, Frank Höppel und Barbara Grille
ehrenamtliche Stadtratsmitglieder

Andreas Brock
Mitglied im UVPA-Beirat

 

 


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