Flächennutzung und Wohnen

Die Fläche, die Erlangen zur Verfügung steht, ist endlich. Wir wollen keinen weiteren Flächenfraß!

Erlangen ist eine Großstadt mit erfreulich hohem Anteil an Flächen mit land- und forstwirtschaftlicher Nutzung und naturbelassenem Grün. Das soll auch so bleiben! Stadtnahe landwirtschaftliche Flächen möchten wir erhalten.

Es ist unser Ziel und Auftrag, den wenigen noch verbliebenen Bauern die Lebensgrundlage zu belassen und nicht durch ständiges „Abzwacken“ von Landwirtschaftsflächen (Ausgleichsflächen, Gewerbe- und Verkehrsflächen) die Existenz zu erschweren. Weitere Zersiedelung muss verhindert werden, so dass Landwirtschaft noch stadtnah betrieben werden kann. Vor allem müssen Auflagen und Forderungen des Landschaftsschutzes konsequent eingehalten und berücksichtigt werden. Im gesamten Stadtgebiet sind – zur Sicherung der Artenvielfalt – naturnahe, ökologisch wertvolle Flächen zu erhalten und auszubauen.

Wir fordern einen großen Etat für Baumpflanzungen (Projekt „Räume für Bäume“ mit mindestens 1000 Neupflanzungen pro Jahr), insbesondere an Orten mit heißem Mikroklima. Hierfür nehmen wir einen Rückbau von Parkplätzen in Kauf. Der stadteigene Wald soll zu einem Anteil von 20% unbewirtschaftet sein.

Die Ausweisung von neuen Gewerbegebieten sehen wir sehr skeptisch – wir müssen mit den vorhandenen brach liegenden und in der Nutzung befindlichen Gewerbeflächen auskommen. Kein neues Gewerbegebiet in Tennenlohe (G6), Eltersdorf, Geisberg (bei Frauenaurach)! Auch zusätzliche große Wohngebiete wird es mit uns nicht geben.

Eine ökologisch und ganzheitlich orientierte Stadtentwicklungspolitik muss folgende Ziele gleichberechtigt verfolgen:

  • Bereits in der Stadtplanung muss die Infrastruktur für eine ökologisch orientierte Verkehrspolitik berücksichtigt werden;
  • Die Bebauungspläne müssen ökologisch gestaltet werden: Funktionsmischung, Fassaden- und Dachbegrünung sowie energetische Ausrichtung gehören zwingend dazu;
  • Minimierung der Flächenversiegelung: Möglichst wenig soll unter Asphalt und Beton verschwinden (nicht wie beim Rudelt- oder Marschallplatz), z.B. Nachverdichtung in die Vertikale, großflächiges Parken und einstöckige Supermärkte sollen der Vergangenheit angehören;
  • Bewahrung von Grünflächen und Biotopen im Stadtgebiet;
  • Effektiver Hochwasserschutz (z.B. Erhalt des Regnitzgrunds als Überflutungsgebiet);
  • Qualifizierte kommunale Bauberatung – auch unter ökologischen Aspekten;
  • Vorbildfunktion bei kommunalen Bauten: Baubiologische Erkenntnisse müssen hier besonders berücksichtigt werden;
  • Verkauf von städtischen Grundstücken bevorzugt an Bürger, Bauherrengemeinschaften oder Genossenschaften;
  • Ein gesundes, menschenfreundliches und generationenübergreifendes Wohnumfeld;
  • Die Sicherung von wohnortnahen Arbeitsplätzen;
  • Die Stadt muss dafür sorgen, dass gerade für in Erlangen arbeitende Normalverdiener bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist;
  • Geeignete Immobilien sollen nach Möglichkeit in Wohnraum umgewandelt werden (z.B. Siemens Mitte, ehem. Landratsamt); bei freiwerdenden Flächen der Universität soll gemeinsam mit dieser über die Nutzung zu universitärem Wohnen geprüft werden;
  • Durch den neuen Siemens-Campus entstehen zurzeit zusätzliche Arbeitsplätze, wodurch der Wohnraumbedarf weiter steigen wird. Deshalb sollen auch für Wohnen vorgesehene Flächen im Siemens-Campus möglichst ausgeweitet werden;
  • In einigen Stadtteilen fehlen noch soziale Einrichtungen, die geschaffen werden müssen;
  • sämtliche Möglichkeiten ausnutzen, dass die Mietpreise nicht weiter steigen;
  • Wir befürworten den Bau des „Autobahndeckels“ (Einhausung) über der A73 im Stadtteil Bruck;
  • Seniorengerechte Wohnformen in allen Stadtteilen, damit Senioren im gleichen Stadtteil bleiben können und ggf. Wohnraum für Familien freigeben;
  • Vorkaufsrecht der Stadt für bebaute Flächen einrichten, um die Nutzung dieser Flächen gestalten zu können;
  • Wir wollen politische Entwicklungen anstoßen, damit die Wohnfläche pro Einwohner in Zukunft reduziert werden kann;
  • Wo Gewerbegebiete nachhaltig weiterentwickelt werden, soll die Stadt ein zuverlässiger Partner sein.

Beim Wohnungsbau müssen hohe soziale und ökologische Standards zusammengebracht werden. Wir sehen nicht ein, dass ausgerechnet Bürger mit geringstem Einkommen die höchsten Heizkosten zahlen, weil z.B. Verfügungswohnungen und Sozialwohnungen schlecht isoliert sind. Darüber hinaus wünschen wir uns eine gute soziale Durchmischung in allen Stadtteilen - das gilt auch für Verfügungswohnungen.

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